Mountainbike Schwarzwald
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Singletrails für Mountainbiker im Schwarzwald
Der Schwarzwald mit seinen 8500
Kilometern ausgewiesenen Mountainbike-Wegen ist das größte
Mountainbike-Revier nördlich der Alpen. Allerdings verlaufen gut 98
Prozent der Strecken auf breiten Forstwegen, wohingegen eingefleischte
Mountainbiker jedoch die Single-Trails über schmale Wurzelwege und
steinige Pfade bevorzugen. Die aber sind nach Waldgesetz den Wanderern
vorbehalten.
Jetzt können sich Mountainbiker auf mehr Single-Trails freuen: Die
Initiative der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) wurde am Montag
(17.6.13) in Freiburg vorgestellt. Auf bis zu zehn Prozent der Wege
könnte der Anteil der Singletrails steigen, wenn die neue Strategie
wirkt, auf die sich Tourismus, Forst, beide Naturparke des
Schwarzwaldes und Schwarzwaldverein verständigt haben. Dazu soll
stärker als bisher auf eine Ausnahmeregelung im Landeswaldgesetz
zurückgegriffen werden. Sie ermöglicht Kommunen, auch Wege schmaler als
zwei Meter für Mountainbiker zu öffnen.
Mit dem neuen Ansatz wollen alle Beteiligten das MTB-Wegenetz unter
Berücksichtigung der Interessen von Land- und Forstwirtschaft,
Naturschutz und Tourismus aufwerten. Dazu werden ungeeignete
Wegestrecken herausgenommen und Wege schmaler als zwei Meter geöffnet
oder neu angelegt. Die zuständige Forstbehörde erteilt die nach
Landeswaldgesetz erforderliche Genehmigung nach Vorlage einer
abgestimmten örtlichen Konzeption.
In die Pflege der schmalen Pfade sollen Mountainbiker stärker als
bisher eingebunden werden. Außerdem sollen Maßnahmen zur Akzeptanz der
gemeinsamen Wegenutzung und zur Verhinderung von Konflikten zwischen
Wanderern und Bikern entwickelt werden.
Tourismus-Geschäftsführer Christopher Krull freut sich über die nun
gefundene neue „Wald-Strategie“: „Diese konstruktive Einigung aller
beteiligten Institutionen wird dem Schwarzwald als Mountainbike-Revier
Nummer 1 ebenso gerecht wie den Interessen der Wanderer, die ja im
Schwarzwald die Hauptgruppe der Urlauber stellen.“
Uni-Studie zum
Verhältnis von Wanderern und Mountainbikern
Grundlage der neuen MTB-Strategie ist die Studie „Wandern- und
Mountainbiking“ des Instituts für Forstpolitik der Uni Freiburg. Im
Sommer 2011 wurden dazu 930 Wanderer und Mountainbiker an zehn
verschiedenen Wander- und Mountainbikewegen sowie an Singletrails nach
ihren Erfahrungen mit der jeweils anderen Gruppe, nach Erwartungen und
Zufriedenheit befragt.
Rund 68 Prozent der Wanderer gaben bei der Befragung an, dass sie sich
durch Mountainbiker nicht gestört fühlen, 19 Prozent fühlten sich
„etwas gestört“. Weniger als 7 Prozent fühlten sich „ziemlich oder sehr
gestört“.
36 Prozent der Wanderer gaben jedoch an, dass sie sich in der
Vergangenheit durch Mountainbiker zumindest hin und wieder gestört
fühlten. Dagegen fühlten sich nur 10,8 Prozent der Mountainbiker durch
Wanderer gestört. Jedoch empfanden sich 82,4 Prozent mit ihren
Bedürfnissen „nicht respektiert“, 13,4 Prozent sogar als „feindlich
betrachtet“.
32 Prozent der Wanderer und 40 Prozent der Mountainbiker geben aber an,
dass sich das Verhältnis zwischen beiden Gruppen in den vergangenen
fünf Jahren verbessert habe. 38 Prozent der Wanderer und 48 Prozent der
Mountainbiker wünschen sich, dass „Waldbesucher zu mehr Rücksichtnahme
angehalten werden“. Eine strikte Trennung von Wander- und Radwegen
hielten 33 Prozent der Wanderer und 17 Prozent der Mountainbiker für
sinnvoll.
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