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Bayern Rundfahrt 2013
Adriano Malori gewinnt die Bayern Rundfahrt, Haussler das Finale



Bayern Rundfahrt 2013Adriano Malori vom Team Lampre-Merida ist Gesamtsieger der 34. Bayern Rundfahrt. Der Italiener verteidigte damit das Gelbe Trikot auf der letzten Etappe des Rennens erfolgreich. Zweiter wurde der britische Weltmeister und Olympiasieger Geraint Thomas vom Team Sky, Platz drei ging an den Tschechen Jan Barta vom Team NetApp-Endura. Schnellster der Finaletappe, die mit zehn Runden auf der Strecke des Klassikers «Rund um die Nürnberger Alstadt» vor der Oper zu Ende ging, war der Australier Heinrich Haussler vom Team IAM Cycling. Bei strömendem Regen holte er sich in einem hektischen Sprint den ersehnten Etappensieg und setzte sich dabei gegen den Basken Juan-Jose Lobato vom Team Euskaltel-Euskadi und dem Weißrussen Yauheni Hutarovich von der Mannschaft Ag2r la Mondiale durch.

Der Deutschaustralier brauchte allerdings einige Zeit, bis er sich nach der Regenfahrt so richtig über den Sieg freuen konnte: «Das war heute das Allerschlimmste, was ich je erlebt habe und ich bin einfach froh, dass es vorbei ist. Wir hatten ungefähr sechs Grad, aber mit dem starken Wind hat sich das angefühlt wie Minusgrade. Eigentlich bin ich kein Weichei und habe auch kein Problem mit Kälte, aber heute war alles extrem», so Haussler. Erst Höchsttempo im Finale ebnete dem Tour-Etappensieger schließlich den Weg zu seinem zweiten Etappensieg in Bayern. «Die letzten Runden waren schon sehr schnell, weil die Gruppe noch einen großen Vorsprung hatte, deshalb mussten wir Vollgas fahren. Am letzten Berg hat dann auch noch Fabian Wegmann attackiert – ich dachte schon, er kommt durch. Aber Orica-GreenEdge hat das Loch dann wieder zugefahren und auf der Zielgerade hat mir dann Gegenwind geholfen. Gerald Ciolek hat als Erster den Sprint eröffnet und ich bin so lange wie möglich im Windschatten geblieben und dann im letzten Moment vorbei», so Haussler zu seinem Erfolg. «Das ist mein erster Sieg seit langer Zeit, deshalb fahre ich jetzt natürlich mit einem guten Gefühl von der Bayern Rundfahrt nach Hause. Als ich als Kind nach Deutschland gezogen bin, habe ich in Feucht gewohnt, deshalb könnte man sagen, dass das hier meine zweite Heimat ist und da ist es natürlich schön, hier zu gewinnen.»

Auch Adriano Malori war glücklich, das Rennen erfolgreich beendet zu haben: «Zusammen mit dem Rosa Trikot im vergangenen Jahr beim Giro d‘Italia ist dieser Sieg hier der größte in meiner Karriere – und mein erster Sieg bei einer Rundfahrt. Dieser Erfolg ist für mich sehr wichtig. Ich bin froh, dass das schlechte Wetter heute keinen Einfluss auf mein Ergebnis hatte. Es war so kalt heute, besonders in der MItte der Etappe, als das Tempo nicht zu hoch war, aber im Finale war es dann wieder besser.»

Auch wenn er seinen Sieg aus dem Jahr 2011 nicht verteidigen konnte, bilanzierte in Nürnberg auch der Zweitplatzierte Thomas positiv: «Das war einfach ein kalter Tag heute. Ich war müde und ich habe mich eigentlich den ganzen Tag darauf gefreut, nach Hause und ins Bett zu kommen. Aber trotzdem bin ich happy mit der Rundfahrt. Klar wäre es schön gewesen, wieder zu gewinnen. Dafür bin ich hergekommen. Ich habe alles gegeben, aber im Zeitfahren hat es einfach nicht ganz gereicht. Aber das Team hatte eine gute Woche zusammen und mein Geburtstag war gestern toll.»

Ab 50 Kilometern Renndistanz hatte erneut eine Spitzengruppe das Geschehen bestimmt. Grischa Janorschke vom Team Nutrixxion Abus, der Niederländer Jetse Bol vom Team Blanco, der Franzose Mikael Cherel vom Team Ag2r la Mondiale und Alex Frame aus dem Team Thüringer Energie kamen zwar nicht all zu weit weg, machten es im Finale aber nochmals spannend – erst 1000 Meter vor dem Ziel wurden Bol und Frame am Ende gestellt. Als Gewinner der drei Sprintwertungen des Tages holte sich Janorschke damit das Blaue Trikot des besten Sprinters. «Die einzige Chance für mich, dieses Trikot noch zu gewinnen, war heute in die Spitzengruppe zu gehen. Ich habe es auf den ersten 20 Kilometern auch echt oft probiert, aber Martin Reimer hat immer auf mich aufgepasst, dass ich nicht wegfahre. Mit dem Kantenwind und den Bergen ging das Feld dann aber öfter auseinander und dort konnte ich dann die entscheidende Attacke setzen und bin weg gekommen. Mit dem Wetter bin ich zum Glück gut klargekommen. Aber für Ende Mai war das heute natürlich schon ein bisschen zu extrem und für Nürnberg war das heute schade», so Janorschke.

In der Bergwertung gab es auf der letzten Etappe keine Veränderung mehr. Der Österreicher Stefan Denifl vom Team IAM ließ sich das Weiße Trikot mit den bunten Würfeln nicht mehr abnehmen. «Für mich war heute Verteidigung angesagt und ich habe dann so ein bisschen Manndeckung gemacht, weil nur noch ein Fahrer für mich gefährlich war. Jetzt bin ich einfach happy, dass ich das Trikot gewonnen habe», so Denifl. Bester Nachwuchsfahrer der Bayern Rundfahrt ist der Italiener Diego Ulissi vom Team Lampre-Merida, der das Weiße Trikot damit ebenfalls erfolgreich verteidigte. Bester Deutscher in der Gesamtwertung wurde nach fünf Etappen der Berliner Simon Geschke mit 33 Sekunden Rückstand auf Platz fünf.





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